Vorschlag für ein Panel

African Connections

Zweijährliche Konferenz der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland (VAD e.V.), Universität Leipzig, 27.-30.6. 2018

Der afrikanische Kontinent hat eine überaus reiche Geschichte der Verflechtungen, Verbindungen und des Austauschs mit dem Rest der Welt. Allerdings haben sowohl Teile der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch die Medien diese Geschichte lange einseitig betrachtet. Afrika wurde lediglich als Empfänger des globalen Wandels dargestellt. Außerhalb des Kontinents nahezu unbemerkt haben sich afrikanische Akteure längst der globalisierten Welt eingeschrieben. Dieser notwendige Wechsel der Perspektive auf Afrika von einem reinen Untersuchungsobjekt zu einem selbst definierten Subjekt steht im Zentrum dieser Konferenz.

Verbindungen existieren auf verschiedenen Ebenen und auf verschiedenen Skalen, die vom Individuellen bis zum Globalen reichen. Sie haben unterschiedliche Formen und Reichweiten, sie umfassen diverse menschliche und nichtmenschliche Einheiten, sie verändern sich mit der Zeit und sie werden je nach Zusammenhang unterschiedlich bewertet. Translokale und transnationale Beziehungen in Afrika sowie zwischen Afrika und anderen Weltregionen umfassen ein breites Spektrum historischer und rezenter Verflechtungen, wirtschaftlicher Verbindungen, sozialer Netzwerke, politischer Beziehungen und neuer virtueller Gemeinschaften. Verbindungen enthalten Stadt-Land-Beziehungen ebenso wie historische und gegenwärtige Allianzen zwischen Regionen und über Regionen hinweg. Sie ermöglichen neue Ausdrucksweisen, indem sie soziale, räumliche und imaginierte Mobilitäten bereitstellen, und schaffen Anknüpfungen an globale Arenen und Diasporen.

Verbindungen können ein- und ausschließen. Sie können verborgen und kriminell sein, aber auch befreiend und erneuernd. Sie verstetigen Ungleichheiten, wenn die Erträge des Verbundenseins ungleichmäßig verteilt sind. Das Schaffen und Wiedererschaffen von Verbindungen bringt auch Unterbrechungen und Nicht-Verbundensein sowie gewaltsame Abgrenzungen und Ausgrenzungen mit sich.

Diese Konferenz thematisiert afrikanische Verbindungen in der Vergangenheit und der Gegenwart. Sie zielt darauf ab zu diskutieren und zu vergleichen, wie Prozesse des Verbindens und Unterbrechens in und mit Afrika verlaufen. Sie hinterfragt überkommene Annahmen und Erzählungen über afrikanische Verbindungen und Afrikas verspätete Teilhabe an der neuen sozialen Ordnung des Globalen. Vorschläge für Panels, die die Beschaffenheit von Verbindungen in und jenseits von Afrika auf verschiedenen Ebenen und Skalen in der Vergangenheit und Gegenwart thematisieren, sind ebenso willkommen wie Vorschläge für Panels, welche die Mittel untersuchen, mit denen verschiedene Formen von Verbundenheit ermöglicht werden sowie die Typen von Normativität, mit denen diese aufgeladen sind. Wir sind offen für verschiedene disziplinäre und interdisziplinäre Perspektiven und fordern dazu auf, die Handlungsmacht von Afrikanern bei der Schaffung von Verbindungen in den Vordergrund zu stellen.

Vorschläge für Panels auf Deutsch, Englisch oder Französisch mit einer Länge von max. 300 Wörtern müssen bis spätestens 15.AUGUST.2017 an VAD2018@uni-leipzig.de geschickt werden (hier klicken für Formular). Die Vorschläge enthalten den Namen, die Adresse und die Mailadresse der Einreicher*innen.

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